DER WAHRE ROCCO

Wir schreiben das Jahr 1985. Es ist die Zeit in der Keke Rosberg den GP von Australien gewinnt, Niki Lauda sich vom aktiven Rennsport zurückzieht und in China wieder mal ein Reissack umfällt. In diesem Jahr wird nun von Stephan Wambach aus Hamburg ein Targa gebaut. Aber nicht irgendein Targa, nein, sondern ein "SCIROCCO-Targa".

Aus Gründen bester Winterfestigkeit, Geräuscharmut, Einbruchsicherheit und der Problemlosigkeit des Dach Öffnungsmechanismus hat er sich auf eine Targa-Ausfürung festgelegt.

Nun zum Targa selber:

Zur Versteifung der Karosserie entwickelte er eigene Profile, die über die Serien- Schweller, mit Anlenkzone in den Radkastenbereich hinein, geschweißt wurden. Auch diverse Querversteifungen sorgten im kritischen Türöffnungsbereich für verbesserte Torsionsstabilität. Der mit der Abnahme beauftragte TÜV-Hannover, soll beim "ROCCO" (wie er laut Erbauer Heißt!!!), eine dem Golf-Cabrio vergleichbare Verwindungssteifigkeit festgestellt haben. Der "ROCCO" ist ein reiner 2. Sitzer mit direkt hinter den beiden Sportsitzen senkrecht angebrachter Wand mit Verbundglasscheibe im oberen Bereich. Der Kofferraum ist mit rund 1.20 m Tiefe jetzt geradezu gigantisch. Das Heck wurde ziemlich neu gestaltet; daß Design erscheint als Mischung der Linien von Lancia Monte Carlo, Isdera Spider oder auch des VW-Porsche. 

Nun zum wichtigsten, der Optik und Technik. Der Öffnungsmechanismus des harten Kunststoffdaches mit Ledernarbung arbeitet denkbar einfach. Man entriegelt aus der Sitzposition heraus am Targabügel zwei Schnellverschlüsse, steigt aus, zieht das Dach schräg nach hinten heraus (im oberen Windschutzscheibenrahmen steckt er mittels dreier kräftiger Zapfen) und verstaut es in einer Halterung im Kofferraum. Durch einen breiten Querspalt am Heckabschluß kann dort immer noch Gepäck eingeladen werden. Beim Wiedereinsetzen des Daches geht es noch einfacher: Man schiebt die Dachzapfen hinein und drückt es hinten einfach runter, es rastet dann automatisch ein. 

Für eine geplante Serie sollte als Basis die gesamte Scirocco Modell- und Motorenpalette ausgenützt werden.

Das preiswerteste Rocco-Angebot ( GT mit 75 PS als Grundlage ) lautete 1985 auf 39.900 DM; also kostete der Umbau 19.540 DM. Das Spitzenmodell lag bei 48.940 DM, wenn man den damals neuen, 139 PS starken, Scirocco 16V mit GTX-Ausstattung zugrunde legte.

Aber auch bei angelieferten, maximal 2. Jahre alten und Unfallfreien, Fahrzeugen hatte er ein Herz:

17.550 DM ohne bzw. 20.007 DM mit Mehrwertsteuer ( damals noch 14% ! ) kostete das Frischluftvergnügen.

1986 war ein "Rocco" auch in Hohenroda zu bewundern. Ob außer diesem Prototyp allerdings tatsächlich noch weitere Fahrzeuge gebaut worden sind, weiß ich leider nicht.

Falls irgend jemand Bilder oder Infomaterial von diesem Fahrzeug hat so möge er sich doch bitte bei uns melden.

Ulli Eck

 
 
 
 
 
 
 
 
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Letztes update am 05.08.1999
 
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